Mann schaut mit Ferngläser in die Kamera, Symbolbild für Candidate Experience.

Candidate Experience: Warum der Bewerbungsprozess über Zu- oder Absage entscheidet

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Candidate Experience: Warum der Bewerbungsprozess über Zu- oder Absage entscheidet

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Der Arbeitsmarkt hat sich gedreht: Gute Kandidaten wählen heute sorgfältig aus, mit wem sie den nächsten Karriereschritt gehen wollen. Unternehmen, die überzeugen wollen, müssen sich aktiv um eine positive Candidate Experience bemühen – und diese beginnt weit vor dem ersten Interview. Erfahre hier, womit du punkten kannst und was du vermeiden solltest.

Die harte Realität: Kandidaten sind nicht mehr Bittsteller

Talente haben nach wie vor die Wahl auf dem Arbeitsmarkt. Sie vergleichen Arbeitgeber, hinterfragen Prozesse und brechen Bewerbungen ab, wenn der Auftritt nicht überzeugt. Eine Studie von Softgarden zeigt: 46 % der Bewerbenden brechen den Bewerbungsprozess ab, wenn sie sich nicht wertgeschätzt fühlen, beispielsweise durch lange Wartezeiten oder unklare Kommunikation. Fast 60 % von ihnen würden das Unternehmen nach negativen Erfahrungen auch nicht weiterempfehlen. Eine schlechte Candidate Experience kostet also nicht nur Talente, sondern auch Reputation und Ressourcen.

Drei entscheidende Hebel für eine überzeugende Candidate Experience

Wenn dein Unternehmen im Recruiting langfristig erfolgreich sein will, solltest du drei Hebel konsequent nutzen: klare Kommunikation, effiziente Prozesse und authentische Wertschätzung. Diese drei Bereiche sind eng miteinander verknüpft. Schwächen in einem Bereich wirken sich somit auf die gesamte Wahrnehmung aus.

1. Kommunikation: Klar, transparent, empathisch

Eine automatisierte Eingangsbestätigung ist heute Standard. Aber echte Candidate Experience beginnt mit durchdachter, zielgerichteter Kommunikation: Persönlich, auf Augenhöhe, mit verbindlichen und realistischen Aussagen und Zeitangaben zu den nächsten Schritten.
Wer von Anfang an transparent und empathisch kommuniziert, schafft Vertrauen und bleibt positiv in Erinnerung – selbst dann, wenn es am Ende zu einer Absage kommt.

Beispiele:

  • Statt standardisierter Phrasen («Vielen Dank für Ihre Bewerbung.») formuliere lieber persönliche Sätze: «Liebe Frau Muster, vielen Dank für Ihre Bewerbung auf die Position als XY. Wir freuen uns, mehr über Sie zu erfahren.»
  • Klare Aussagen statt vage Formulierungen: «Wir melden uns innerhalb von sieben Arbeitstagen mit einem Update» ist besser als «Wir melden uns in Kürze.»
  • Wenn Prozesse länger dauern oder interne Entscheide ausstehen, kommuniziere das offen – Bewerbende danken dir die Ehrlichkeit.

2. Zeit: Schnelligkeit ist ein Zeichen von Respekt

Die Wartezeit zwischen Bewerbung und Rückmeldung ist eine der häufigsten Frustrationsquellen. Diverse Studien betonen, dass Bewerbende spätestens nach sieben Tagen eine erste Reaktion vom Unternehmen erwarten. Ein schlanker, digital gestützter Prozess vom Eingang bis zur Einladung macht hier den Unterschied. Langsame Prozesse wirken desinteressiert und können dazu führen, dass Talente zur Konkurrenz abwandern. Digitale Workflows, automatisierte Prozesse und klare interne Zeitvorgaben helfen dabei, Tempo mit Qualität zu verbinden.

Merke dir:

  • Maximal 5–7 Tage zwischen Bewerbung und erster Reaktion gelten als Best Practice.
  • Keine drei Runden, wenn zwei reichen. Klare Agenda, strukturierte Gespräche, schnelle Entscheidungswege.
  • Digitale Bewerbermanagementsysteme (ATS) und automatisierte Terminbuchungssysteme sorgen für Tempo ohne Qualitätsverlust.

3. Wertschätzung: Der Ton macht die Musik

Jeder Kontaktpunkt – vom Eingang der Bewerbung über das Vorstellungsgespräch bis zur Absage – bietet die Chance, Wertschätzung zu zeigen. Sei es durch eine individuell formulierte Absage, ein klar strukturiertes Vorstellungsgespräch oder eine zeitnahe Nachbetreuung. Bewerbende merken, ob sie „abgearbeitet“ oder ernst genommen werden.

Best Practice:

  • Follow-up nach Gesprächen: Ein kurzes Dankeschön per Mail sowie ein realistischer Zeitrahmen für die nächste Rückmeldung machen einen Unterschied.
  • Absagen individuell gestalten: Statt «Leider müssen wir Ihnen mitteilen…» lieber mit Kontext und Dank formulieren: «Auch wenn es diesmal nicht geklappt hat, möchten wir uns für das Gespräch und Ihr Interesse herzlich bedanken.»
  • Vorbereitung auf Interviews: Informiere vorab über Gesprächspartner, Dauer und Ablauf. 

Der erste Eindruck zählt – auch digital

Die Candidate Journey beginnt lange vor dem ersten Gespräch. Eine unübersichtliche Karriereseite, zu komplexe Bewerbungsformulare oder eine fehlende mobile Optimierung können frühzeitig zum Absprung führen – bevor der Prozess überhaupt richtig beginnt.

Worauf du achten solltest:

  • Mobil optimiertes Bewerbungsformular: Über 60 % der Bewerbungen erfolgen heute via Smartphone.
  • Minimalprinzip: Nur so viele Felder wie nötig, keine Registrierungspflicht, keine komplizierten Uploads.
  • Dauer des Prozesses, nächste Schritte und Ansprechpartner (mit Kontaktmöglichkeiten) müssen klar ersichtlich sein.

Das Bewerbungsformular von Prospective kann anstelle der Standardformulare gängiger ATS-Systeme (z. B. umantis oder Successfactors) eingesetzt werden. So bleibt die Candidate Journey auch im entscheidenden Moment konsistent – mit optimierter Usability, mobilfreundlicher Nutzung und durchgängigem Employer Branding.

Fazit: Candidate Experience ist eine Visitenkarte

Um Talente für dich zu gewinnen, musst du mehr bieten als nur eine spannende Stelle. Ein wertschätzender, transparenter und effizienter Bewerbungsprozess ist dabei ausschlaggebend. Wer Kandidaten professionell, effizient und wertschätzend behandelt, wird nicht nur mehr Talente gewinnen, sondern sich auch als attraktiver Arbeitgeber positionieren.

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